Geballte China-Kompetenz
Selten dürften so viel China-Wissen und China-Erfahrung an einem Ort versammelt gewesen sein wie am letzten August-Wochenende 2025 in Berlin. Dort trafen sich nämlich die China- des Jahrgangs 1975 (darunter auch die Freundeskreis-Mitglieder Volker Klöpsch
und Susanne Weigelin-Schwiedrzik), um gemeinsam an das große Abenteuer zu erinnern, dass sie 50 Jahre zuvor in das Reich der Mitte geführt hatte.

Eine direkte Flugverbindung gab es damals nicht, die Route führte über Karachi. Das Land ihrer Träume, in das sie einschwebten, hielt sich hinter dem sprichwörtlichen Bambusvorhang verborgen, die Kämpfe und Konflikte der sogenannten Großen Proletarischen Kulturrevolution waren längst nicht beigelegt. Nicht zu Unrecht war im Auswahlverfahren des DAAD immer wieder nach der psychischen Belastbarkeit der Kandidaten gefragt worden.
Diese wurde in der Tat auf eine harte Probe gestellt, wenn jugendliche Ideale und harte Realitäten aufeinanderprallten. Michael Kahn-Ackermann hat diese Erfahrung in seinem Buchtitel „China – drinnen vor der Tür“ prägnant formuliert. Für alle brachten die kommenden Monate und Jahre über das akademische Fortkommen hinaus tiefe Einsichten und prägende Erfahrungen. Sie erlebten den ersten Besuch eines deutschen Kanzlers in China, den Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg von Deng Xiaoping, den Tod Zhou Enlais, die April-Unruhen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, das gewaltige Erdbeben von Peking, den Tod Mao Zedongs und vieles mehr. Sie sind als andere Menschen zurückgekommen, und fast alle haben sich danach an verschiedenen Stellen in Politik, Kultur und Gesellschaft als Multiplikatoren um den Fortgang der deutsch-chinesischen Beziehungen verdient gemacht. Es war Florian Reissinger, der die Idee zu dem wunderbaren Treffen hatte, das im nächsten Jahr in Wien weitergeführt werden soll, denn der Erfahrungsaustausch und das Erzählen all der wunderlichen Anekdoten waren noch längst an kein Ende gekommen.