Europa erleben – Ein Tag voller Eindrücke in Brüssel
Was wisst ihr über Europa?
Mit dieser Frage eröffnete Christian Bode die eintägige Reise von 22 DAAD- Stipendiaten und 15 Studierenden der Universität Bonn nach Brüssel. Über 30 Multiple-Choice-Fragen bereiteten uns auf den Besuch vor, der uns zunächst zum Atomium, weiter zum Europäischen Parlament, zum DAAD-Verbindungsbüro, dem Museum für Europäische Geschichte und schließlich zum Höhepunkt jeder Brüssel-Fahrt – dem Weltkulturerbe „Grand Place“ führte. Es waren schwere Fragen, von denen nur eine alle beantworten konnten: Wie viele Kinder hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Frau von der Leyen?
Schon beim ersten Stopp, dem Atomium, zeigte sich die wahre Herausforderung einer solchen Reise: alle Schäfchen bei Abfahrt wieder im Bus zu haben! Zwei Studentinnen hatten offenbar die Anweisung, dass wir 15 Minuten (sharp) Fotostopp machen überhört und verpassten den Bus. Sie mussten sich den Weg vom Atomium zum Parlament mit Metro und zu Fuß erarbeiten, und schafften es schließlich noch pünktlich zum Vortrag über die europäischen Institutionen, die Diversität der Gesellschaften, die langwierigen Wege der Gesetzgebung der 26 Mitgliedstaaten mit ihren 23 Landessprachen und den damit verbundenen Herausforderungen für Dolmetscher und Übersetzer.
Zu Fuß ging es vom Parlament zum DAAD-Verbindungsbüro, wo wir herzlich begrüßt und kulinarisch versorgt wurden. Hier konnte nun auch endlich die Vorstellungsrunde stattfinden. Es war höchst amüsant, was jeder zur Frage zu sagen hatte, warum wir unbedingt ihr/sein Heimatland besuchen müssen. Lag es an der belgischen Pizza, dass alle das gute Essen in ihrem Land so hervorhoben?
Vielleicht hätten wir doch lieber belgische Fritten bestellen sollen!
Einem Kurzvortrag über die Arbeit des DAAD in Brüssel folgte der Besuch des Museums für Europäische Geschichte, das fußläufig erreichbar war. Ach, wäre doch alles fußläufig erreichbar gewesen! Eine Fahrt mit der Metro kann doch nicht so kompliziert sein – wohl aber der Kauf eines Gruppentickets. Nicht nur deutsche Ticketautomaten sind eine Herausforderung! Am Schalter, für digital überforderte Besucher, hing das Schild: closed – na super! Gemeinsam waren wir stark und fanden eine Lösung: einfach EC-Karte vor den Scanner der Eingangsschranke halten und schon öffnete sich der Zugang zu den Gleisen –zumindest bei den meisten!
Das Beste war, dass alle einen Beitrag zur Lösung
leisteten: Es lebe die Diversität und Internationalität!
Wie immer war der „Grand-Place“ DER Höhepunkt: Die Sonne ließ alles in goldenem Licht erscheinen, Männeken Piss belustigte die Besucher und belgische Schokolade bereitete auf die Rückfahrt nach Bonn vor. Es war ein langer Tag, der morgens um 7 Uhr begann und um 23 Uhr endete. Trotz einiger Hürden wie verlorene Schäfchen, die immer wieder eingefangen werden mussten, geschlossene Fahrkartenschalter, Baustellen und Sackgassen für den Busfahrer in Brüssel, und die Autobahnsperrung auf der Rückfahrt, die wir dank Rachel und Sebastian umfahren konnten, war die Stimmung ausgelassen.
Wer gedacht hätte, dass auf der Heimfahrt alle schlafen würden, hatte sich getäuscht: Das Lachen und Juchzen sowie angeregte Unterhaltungen machten diesen Tag zu einem schönen Erlebnis mit Wiederholungswunsch im kommenden Jahr!
Danke Christian!