Syrien trifft Schwabenland: Familie Heemann aus Stuttgart berichtet von ihrem Wochenende mit einem syrischen DAAD-Stipendiaten

Im Rahmen von „Deutschland hautnah – Germany behind the scenes“, dem Homestay-Programm des DAAD-Freundeskreises, haben wir in Stuttgart einen syrischen DAAD-Stipendiaten, der am KIT in Karlsruhe Geophysik (Master) studiert, für ein Wochenende zu uns eingeladen. Wir hatten vorher nur einmal telefoniert und waren sehr gespannt, was uns erwarten würde. Um es gleich vorweg zu nehmen: es war eine  berührende, intensive und interessante Begegnung. Unser Gast war sehr sympathisch, offen, beobachtend, reflektierend, es gab eigentlich kaum ein Thema, das nicht angerissen wurde.

Wir haben viel über das Leben in Syrien erfahren, über die Flucht mit all der Verzweiflung und daneben Lichtblicken in Menschen, die unversehens Verständnis hatten und einfach halfen. Dann folgte der Anfang in Deutschland, das Bemühen, sich hier einzufinden, in dem versucht wird, herauszufinden, was typisch deutsche Verhaltensweisen sind und sich dem anzupassen (als kleines Beispiel: die Deutschen machen Kerzen einfach so an, in Syrien macht man das nur, wenn der Strom ausfällt).

Wir haben eine gemeinsame Radtour in den Wäldern rund um die Bärenseen gemacht, abends gemeinsam gegrillt und einfach ganz viel geredet – die Zeit verging wie im Flug und wir haben ein Wiedersehen vereinbart, wenn auch unsere drei Kinder wieder einmal zu Hause sein werden, damit auch sie Bessam kennen lernen können. Die Begegnung wirkt bei uns noch nach, das eigene sichere, in geregelten Bahnen  verlaufende Leben erscheint in einem anderen Licht und wir freuen uns, einen besonderen Menschen kennen gelernt zu haben, zu dem wir den Kontakt nicht abbrechen lassen wollen.